Herr Präsident meets Lipizzaner

– oder Polizeieinsatz am Walserberg.

Herr Präsident meets Lipizzaner
„Wir haben Herrn S. getroffen…“ – mit einem Schneeball

Kurz vor Weihnachten war das Ziel nach einer sechsstündigen Autofahrt der Patscherkofel, wo zwei Schülerrennen und ein Junioren-Fisrennen auf dem Programm standen. Es war Zeit, nach langer Herbstvorbereitung endlich auf die Gegner aus Stams, Schladming und den Rest der Welt zu treffen.

Als ordentlich geschulter Trainer unterbricht man die lange Anreise, um den Athleten „Auslauf“ zu verordnen. Erstmals an einer Raststätte auf der W-Autobahn tobten sich Stiegl, Michi und Luki auf spiegelglattem Parkplatz aus, und Andrea – unsere angehende Pädagogin – erhielt wieder einmal Anschaungsunterricht über pubertierendes Verhalten.

Zum zweiten Mal wurde am Grenzübergang Walserberg gehalten, wo wir uns mit unseren Kärntner Freunden und Trainingskameraden trafen. Die Trainer verordneten wiederum lockeres Auslaufen und begaben sich für 15 Minuten auf einen Kaffee. Leider ohne zu berücksichtigen, dass sich die pubertierenden Kapazitäten durch das Zusammentreffen nicht verdoppelten, sondern potenzierten und dass genügend Neuschnee die Produktion von Schneebällen induzierte!

Nach dem Verlassen des Cafes bot sich zwei engagierten Landeskadertrainern eine fast dramatische Szenerie:

Zu den ursprünglich handelnden Personen (eine staunende angehende Lehrerin und ein steirisch-kärntnerisches Konglomerat aus frischem Testosteron) hatten sich eine wüst schimpfende Kassierin der Tankstelle und eine Gruppe von bemützten Herren gesellt, die sich als mobiles Einsatzkommando des Landespolizeikommandos Salzburg vorstellten. Grund ihres Einsatzes war ein gemeldetes (siehe Kassierin) infernalisches grenznahes Sperrfeuer von besonders kräftig gefertigten und äußerst sportlich geworfenen Schneebällen auf strategisch wichtige Ziele wie zum Beispiel Glaswände, welche zum Schutze einer Tankkassierin errichtet wurden. Zusätzlich war vorübergehend der freie Warenverkehr im EU-raum gefährdet , da auch LKW-Züge ohne Rücksicht auf das Kennzeichen des Herkunftslandes Ziel der Artillerie waren.

Nachdem das forsche Eingreifen der Polizei zu einer schlagartigen Senkung des Testosteronspiegels unter das Niveau eines normalen weststeirischen männlichen Säuglings führte, wurden die beiden „hauptverantwortlichen“ Kaffetrinker amtlichstreng verhört und über ihre Aufsichtspflichten intensiv aufgeklärt. Ein „strategischer“ Aufkleber des Bundespolizeisportvereins auf der Fahrertür des Lipizzanerbus führte schlußendlich zu einer mündlichen Verwarnung vor plötzlich kleinlauten Kanonieren.

Die Anektode wäre hier normalerweise zu Ende, wenn Testosteron die männliche Lernfähigkeit nicht negativ beeinflussen würde und dies nicht nur in der Pubertät, wie wir alle wissen!!

Die Ankunft am Patscherkofel ließ bis zum Start noch 2 Stunden zum Lockern und Einfahren übrig…. 😉

Die Trainer begaben sich zum Riders Meeting und die Racer übten sich in den üblichen Rennvorbereitungen. Nach einem Dreifachsieg der Lipizzaner in der Schüler 2 Klasse trat ein Herr im Tirolerhut an unseren Tisch im Zielrestaurant mit der Frage, woher wir kommen, wer wir sind und WARUM VON DEN JUNGEN HERREN SCHNEEBÄLLE AUF IHN IM FAHRENDEN AUTO GEWORFEN WERDEN?

Bevor ich zu Wort kam, wurde den Werfern zum Dreifachsieg herzlichst gratuliert, mit der Bemerkung, dass Sieger niemals brave Jungs sind, und er gegen schlimme Streiche keinesfalls etwas einzuwenden hat, SOLANGE MAN SICH DABEI ANSTÄNDIG BENIMMT. Dieser Aussage des HERRN SCHRÖCKSNADEL habe ich nichts mehr hinzuzufügen!

Herzlichen Dank Herr Präsident!

Hang loose & meet friends
Bernd Wieser

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